Corona-Hinweis

Wir arbeiten weiter!

„Wir wissen, dass wir nichts wissen“ – dieses Sokrates zugeschriebene geflügelte Wort scheint in  Corona-Zeiten mehr denn je zu gelten. Niemand kann im Augenblick verlässliches vorhersagen, weder über den Fortgang der Epidemie, noch über die Wirksamkeit des propagierten Impfstoffs, noch über die Maßnahmen zur Corona-Eindämmung, noch über deren wirtschaftliche und psychosoziale Folgen. Und niemand kann sagen, was auf lange Sicht gefährlicher sein wird: die Möglichkeit, sich anzustecken und das Gesundheitssystem zu überfordern oder die Kontakt- und Berufsverbote, die zum Zusammenbruch unserer Wirtschaft führen und unseren Umgang miteinander dauerhaft beschädigen können.

Daher finden wir uns weltweit in einem Forschungsprojekt: wie gefährlich ist die Pandemie bzw. für welche Personengruppe?, welche Maßnahmen sind notwendig und welche erzeugen womöglich verheerende Folgen für unsere Gesellschaft und Wirtschaft? Welche Ziele verfolgt dabei welche Interessengruppe? Und was ist dabei gesetzlich zulässig und wo beginnen gezielte Manipulation und Propaganda? Wir wissen es nicht, aber wir wissen, dass ein solches kollektives Forschungsprojekt am ehesten in der Haltung der Gestaltpsychologie stattfinden kann: in gegenseitiger Wertschätzung, Augenhöhe, demokratischem freiem Austausch aller Beteiligter, mit gegenseitigem Zuhören  -  und sicher nicht mit gegenseitigem Diffamieren (als der typischen Angstabwehr)!

Das heißt für uns im Eichgrund-Institut, dass wir auch dieses Jahr, wie im vergangenen, die Aufnahme unserer psychotherapeutischen Seminare und Fortbildungen immer zusammen mit den Teilnehmer*Innen entscheiden. Wir sind uns unserer Verantwortung bewusst und werden  nicht gegen geltendes Recht oder offizielle Verbote verstoßen. Aber wir werden – immer in Rücksprache mit den Teilnehmenden – die möglichen rechtlichen Spielräume nutzen, um uns unter Menschen tatsächlich und „life“ begegnen zu können. Den Dialog darüber werden wir gleichberechtigt miteinander führen, die Rahmenbedingungen nach geltender Rechtslage und im gemeinsamem Konsens der jeweiligen Gruppe festlegen. Denn: für Psycho- und Gruppentherapie besteht nach wie vor eine gesetzliche Ausnahmeregelung.

Gestalttherapie ist ein Wachstumsprozess im Kontakt mit anderen, daher werden wir auf Video-Meetings, Selbststudium im Einzelzimmer oder Seminarabsagen so weit wie möglich verzichten – das widerspräche dem Geist und der Ethik von Gestalt-Psychotherapie. In der „Gestalt“ geht es ja grundsätzlich (und nicht nur in Pandemie-Zeiten) darum, wie wir miteinander leben wollen und wie wir (besonders in Pandemie-Zeiten) auch unter Rahmenvorgaben miteinander wachsen können und unsere Selbstverantwortung entwickeln. Das sind ja auch Fragen, die alle momentan beschäftigen -  Antworten darauf können weder Politiker noch die Wissenschaft allein geben, jede*r Einzelne  und jede Gruppe muss hier gemeinsam nach Antworten suchen.

Jedes Gestalttherapie-Seminar dient dieser gemeinsamen Forschungsaufgabe und ist ein kollektives Feld für Austausch, Erkenntnisgewinn, gemeinsames Forschen, wer und wie wir miteinander sein wollen. Wie vorsichtig oder risikobereit man sich dabei verhält, ist nicht nur eine Reaktion auf behördliche Anweisungen und angeeignete seelische Muster, sondern auch von Selbstverantwortung  -  sich selbst und seinen Mit-Teilnehmer*Innen gegenüber.  Dieser Austausch scheint uns ein Not-wendiges Procedere zu sein, um mitzuwirken an den zahlreichen Aufgaben, vor denen wir alle 2021 als Menschen stehen.

Bleiben wir gesund!